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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: Dänemark

Lieblingsstrecken anderswo: die Bornholmer Ostseite von Dueodde Fyr bis Hammerodde Fyr

Zugegebenermassen, Bornholm ist jetzt nicht die Prio 1-Motorrad-Destination, hat aber auch ihren Reiz. Wir haben die Insel in diesem Jahr für uns entdeckt und obwohl wir nicht mit dem Motorrad da waren, gab es wirklich schöne Strecken, die ich auch gerne auf zwei Rädern in Angriff genommen hätte. Vor allem die Ostseite der Insel hat es mir angetan, also folgt mir auf eine kleine Tour vom südlichsten Leuchtturm der Insel zum nördlichsten.

Unsere Tour startet am Dueodde Fyr. Er ist mit einer Feuerhöhe von 48 m der höchste Leuchtturm Dänemarks und steht im Süden der Insel im Strandgebiet Dueodde. Bevor ihr Euch hier aufs Bike schwingt, lohnt ein Spaziergang durch das weitläufige Dünengebiet zum Strand. Für historisch Interessierte: Im Wald hinter dem Strand kann man die Kanonstilling G3 besichtigen, hier sollten im zweiten Weltkrieg deutsche Schiffsgeschütze an Land installiert werden. Geblieben sind massive Betonstrukturen, die die Natur mittlerweile überwuchert hat.

Ein paar Kilometer weiter wartet mit Balka Strand Bornholms beliebtester Badestrand. Der Strand liegt geschützt im Schatten des im Sommer meist vorherrschenden Westwinds – und ist bekannt für sein lauwarmes, flaches Wasser. Wenn ihr Euch dann nach dem Baden vor der Weiterfahrt noch stärken wollt, wartet im Hafen von Nexø der Food Truck von Maries auf Euch oder ein paar Meter weiter die Nexø Gamle Røgeri. Die Räuchereien auf Bornholm erkennt man ziemlich gut an den eckigen Schornsteinen.

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Lieblingsstrecken anderswo: von Houstrup bis Oksbøl

Motorradfahren in Dänemark? Echt jetzt? Echt jetzt. In einem Land in dem die höchste Erhebung – der Yding Skovhøj – gerade mal 173 m misst, kann man keine atemberaubenden Passstrassen erwarten. Was man aber hier und da finden kann sind sehr nette, kleine Landstrassen, die sich durch wunderschöne Natur schlängeln, die einen in kurzen Abständen in ganz anderen Ländern wähnen lassen.

Per Zufall haben wir die Route zwischen Houstrup und Oksbøl entdeckt. Wir waren auf dem Weg nach Blåvand zum westlichsten Punkt Dänemarks und hatten einen Stop an der Filsø Ellipsen eingeplant, so kamen wir überhaupt in diese Ecke, der direkte Weg nach Blåvand hätte uns woanders längs geführt.

Wir steigen ein am Ortsende von Houstrup und nehmen den Blåbjergvej in südlicher Richtung. Die schönen, langgezogene Kurven durch den Wald könnten auch in Schweden sein. Hier gilt zwar ein Tempolimit von 60 km/h, aber man kann sich alternativ darauf konzentrieren, den Kurvenradius perfekt hinzuzirkeln.

Hinter dem Henne Golfclub geht es kurz rechts auf den Strandvej und nach ein paar hundert Metern wieder nach links auf den Porsmosevej. Hier führt erstmal ein langes Stück geradeaus durch eine von Heide, Hagebuttensträuchern und Strandhafer bewachsenen sanften Dünenlandschaft. Zum einen typisch Dänemark, könnte aber genauso die Lüneburger Heide sein.

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Die Entdeckung der Langsamkeit

Gestern vor dem lokalen Supermarkt hier in Dänemark: beim Einbiegen auf den Parkplatz fallen mit die beiden Simsons mit deutschem Kennzeichen auf dem Gehweg auf. Auto geparkt, hingelaufen und die beiden Fahrer angesprochen.

Das deutsche Pärchen aus Hannover ist mit ihren Fuffies auf dem Weg nach Skagen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Die beiden schön restaurierten Fahrzeuge – eine Simson Star und eine Simson Schwalbe haben sie im Transporter bis nach Dänemark gefahren und fahren die Tour nun entspannt auf Seitenstrassen.

Symbolbild – ich hatte vergessen ein Bild von den beiden zu machen.

Eine Woche Zeit haben sich die beiden hierfür eingeplant. Um die 1.000 km werden es schon sein um Jütland einmal hin- und zurück zu durchqueren. Schöne Idee. Spontan fühlte ich mich erinnert an meine Touren mit meiner Vespa V50 um den Bodensee während des Studiums. Man hat einfach mehr Zeit zu kucken, wenn man nicht so schnell unterwegs ist.

Was Dänemark und Motorradfahren für mich gemeinsam haben

Links der Blick aus dem Fenster, in der Ferne blinkt der Leuchtturm Lyngvig Fyr, rechts neben mir bollert das Feuer im Ferienhaus. Fast zwei Wochen Urlaub in Dänemark liegen hinter meiner Familie und mir. Zwei Wochen ohne Motorrad oder Vespa. Doch lustigerweise beobachte ich an mir etwas, was ich auch beim Motorrad fahren finde. Einfach mal den Kopf ausmachen. Stundenlang kann ich auf der Düne sitzen und aufs Meer starren, die tosende Nordsee beobachten, mit den Söhnen am Strand Fußball spielen oder durch die Dünen streifen. Natur in mich aufsaugen.

Vor ein paar Wochen noch war ich mit meinen Kumpels in den Alpen auf dem Motorrad unterwegs. Wochen später noch träume ich nachts von den schönen Bildern, die sich mir in der Netzhaut festbrannten. Ähnlich wird es mir mit Dänemark gehen. Auch wenn wie am heutigen Tag das Wetter durchwachsen bis schlecht war, waren wir draussen unterwegs. Durchgeweht und mit nassen Klamotten kamen wir nach Hause und wärmten uns am Ofen wieder auf. Anderswo in Europa hat es jetzt hochsommerliche Temperaturen wie es sich für Ende Juli gehört. Hier sitzen wir bei 13 Grad, Wind und Regen. Und es stört überhaupt keinen. Weil die Natur eben so ist wie sie ist und immer noch fasziniert. Selbst bei Schietwetter tobten die Söhne im Neoprenanzug durch die Brandung und ich stand ein paar Meter dahinter und grinste zufrieden. Wie nach einem tollen Tag auf dem Motorrad. Und irgendwann reißt dann der dänische Himmel wieder auf und gibt den Blick frei auf einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Und du stehst nur da und denkst: alles ist gut!

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