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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Kategorie: 95 Oktan (Seite 1 von 51)

Wie sähe eine Corona Hausrunde in Berlin aus?

Zwei Doofe, ein Gedanke. Nun da der Inzidenzwert in Berlin knapp an der 200er Marke kratzt steht auch die Bewegungs-Einschränkung auf 15 Kilometern ab Stadtgrenze bevor. Und ich stellte mir die Frage, wie wohl eine Hausrunde unter diesen Voraussetzungen aussehen könne. Und ich war nicht der Einzige, der sich das fragte.

Als Orientierung schnappte ich mir diese Karte aus der Berliner Morgenpost und begann mal, eine interessante Motorradroute Route rund um Berlin zusammenzuklöppeln.

Und das kam dabei heraus: einmal rund um den Pudding in 304 Kilometern.

Damit wir uns nicht missverstehen: ich möchte keinen ermutigen, auf Gedeih‘ und Verderb das Haus zu verlassen und sein Risiko der Ansteckung zu erhöhen. Ausserdem ist eh gerade Januar und draussen liegt Schneematsch. Ich sehe es eher als eine kleine Kopfkino-Challenge, ein „mental escape“ quasi.

Ausgangs- und Endpunkt der Tour wäre meine Standardtanke stadtauswärts an der Berliner Allee. Von da aus strikt nordwärts durch Bernau und bis Lanke. Hier westwärts die schönen Kurven am Obersee entlang und über Ützdorf nach Wandlitz (siehe Lost Places Tour).

Wer möchte, kann hier noch einen Abstecher zum Bogensee machen. Weiter westwärts führ uns die Route bis hinter Oranienburg, wo wir ein bisschen den 15km Radius verlassen müssen um nicht die Autobahn nehmen zu müssen um nach Germendorf zu kommen. Von hier aus geht es dann südwärts an der Sandbahn in Wolfslake vorbei (Krowdrace) und wir nehmen die schöne Kurvenstecke zwischen Schönwalde-Glien und Alt Brieselang mit.

Links und rechts der A10 schlängeln wir uns bis Potsdam. Hier kann man eine kleine Sightseeing-Runde einstreuen, bevor es dann am Templiner- und Schwielowsee entlang geht.

Bis zum Ende des Schwielowsees nach Ferch darf man nicht, das liegt schon ausserhalb. Aber wenn man quer durch den Wald Richtung Autobahn-Ausfahrt Ferch fährt, ist man gerade noch so innerhalb des zulässigen Gebietes. Ab hier geht es wieder ostwärts über Langerwisch, Großbeeren bis nach Selchow, wo man einen kleinen Stopp beim 45 über Null einlegen könnte. Wenn es nicht coronabedingt zu hätte.

Hinter Königs-Wusterhausen geht es dann wieder Richtung Norden und auf das letzte Viertel der Runde. Ab Grünheide folgen wir ein kleines Stück dem Petz- und Möllensee. Strausberg müssen wir westlich umfahren, da wir sonst das zulässige Gebiet verlassen würden. Es folgen Altlandsberg, Buchholz und Werneuchen, hier könnte man noch einen Abstecher zum Alten Flugplatz machen.

Zurück zum Ausgangspunkt der Tour geht es über Blumberg, Birkholz und Neu-Lindenberg.

Als Faustregel kann man sagen: innerhalb des Autobahn-Rings ist alles safe. Im Süd- und Nordosten hat man bisschen mehr Spielraum, weil das Stadtgebiet da etwas „ausbeult“. Gegen die Eifelrunde von Sebastian Bauer kann es allerdings nicht anstinken:

Was mich in 2020 bewegt hat

Was macht man gerne am letzten Tag des Jahres? Genau, man blickt zurück. So will es das Gesetz. Was mich in 2020 bewegt hat in 12 kleinen Kapiteln

Januar

Im Januar schien die Welt noch in Ordnung, Corona war noch fern und wir trafen uns zu Motorrad-Vorträgen oder schauten spannende Flattrack-Filme. Endlich kam ich auch dazu, meinen Testbericht zur Triumph Scrambler 1200 XE zu posten, die ich schon Monate vorher gefahren war.

Februar

Anfang Februar freundete ich mich mit dem Thema Metallbearbeitung und Schweissen an, der Workshop im Craftwerk ist sehr zu empfehlen und wird nach wie vor angeboten.

Nach dem Snowboarden im Riesengebirge ging es gleich zu den Berliner Motorrad Tagen, um die Neuheiten für 2020 direkt in Augenschein zu nehmen. Die beiden XR-Modelle von BMW sind mir da besonders hängengeblieben.

Motorradrennen auf dem zugefrorenen Baikalsee? Warum nicht? Die Baikal Mile fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt und Indian Motorcycle und der Workhorse Speed Shop schickten die Appaloosa v2.0 an den Start.

März

Der März brachte Kuchen in Form einer Probefahrt der Cake Kalk und Cake Ösa im Craftwerk.

Die Streety durfte auch mal wieder ausrücken auf eine kleine Hausrunde an einem kalten, aber sonnigen Sonntagmorgen zum Schiffshebewerk Niederfinow.

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Mario30095, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

Die Formel1 und ich in den letzten 35 Jahren

Vor ein paar Tagen fand der letzte Formel1 GP dieser Saison statt. Das diesjährige Saisonfinale stellte auch das Finale für RTL dar, die nach 30 Jahren F1-Übertragung den Staffelstab übergeben an Sky. Auch für mich wird das bedeuten, daß mangels Sky-Abo andere Serien in Zukunft Priorität haben werden. Zeit für einen kleinen Rückblick.

Seit ungefähr 1984 verfolge ich die Formel 1. Der erste F1 Grand Prix, an den ich mich bis heute erinnern kann, war der erste Grand Prix Sieg von Gerhard Berger 1986 in Mexiko. Damals war ich gerade bei Freunden in Wien zu Besuch und der ORF übertrug das Rennen live. Piquet, Mansell, Senna und Prost hießen damals die Gegner.

Ein paar Jahre später crashten Senna und Prost, was damals den WM-Ausgang besiegelte (Senna sollte in der Folgesaison seine Revanche bekommen):

Hängen geblieben ist bei mir auch noch der Große Preis der USA 1989. Damals für Christian Danner für Rial-Ford und stand in der Startaufstellung auf dem 26 und letzten Platz. Am Ende des Rennens fuhr er als vierter über die Ziellinie und erzielte das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere.

Im Jahr darauf bügelte Mansell im Ferrari Gerhard Berger auf der Aussenbahn der berüchtigten Peraltada:

Ich erlebte Piquet, Prost, Senna und Mansell als Weltmeister und war geschockt, als an einem Wochenende in Imola erst Roland Ratzenberger und dann Ayrton Senna ihr Leben ließen.

Häkkinen, Raikönnen und Coulthard sowie den jungen Michael Schumacher sah ich um WM-Punkte balgen. Eddie Irvine war ein Spaß.

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Warum der BER an meinem Motorradführerschein Schuld ist

An diesem Wochenende wird der Berliner Flughafen BER mit neunjähriger Verspätung eröffnet. Vor neun Jahren betrat ich eine Fahrschule in Marzahn um meinen Theorieunterricht zum Motorradführerschein zu beginnen (sogar mit Groupon-Gutschein). Ein Zufall? Nicht ganz.

Mein damaliger Job brachte im Schnitt ca. 120 Tage Dienstreisen im Jahr mit sich. Die meisten waren mit Flugreisen verbunden, ich war also fast wöchentlich in Tegel zu Gast. Anfangs sogar noch in Tempelhof, bevor dieser in 2008 zu machte. ÖPNV und Berliner Taxifahrer waren nicht mein Ding, so daß ich damals schon in den meisten Fällen mit meiner Vespa ET2 zum Flughafen zweitaktete.

Auch wenn es bei schlechtem Wetter oder im Winter eher unbequem war, sparte es mir Wartezeiten am Taxistand. Vor allem aber sorgte es für eine nicht unerhebliche Zeitersparnis. Wenn man morgens um 4:30 aufstehen muss um den 6:10 Flieger nach München zu erreichen machen 15 bis 30 Minuten mehr Zeit schon was aus.

Der bevorstehende Umzug des Flughafens nach Schönefeld hätte locker eine Verdopplung der Fahrzeit bedeutet. Die S-Bahn und der gelegentliche Regionalexpress wären keine wirkliche Alternative gewesen. Mit der 50er Vespa hätte ich aber auf der Stadtautobahn nix verloren gehabt.

So lautete meine halbwegs pragmatische Entscheidung, das Upgrade von einer 50er Vespa auf eine 300er Vespa vorzunehmen. Und das Eintrittsticket dafür war der Motorradführerschein.

Daß es dann statt einer Vespa 300 GTS eine BMW F650GS wurde, ist dann eine andere Geschichte. 

Vielen Dank, BER, für die neunjährige Verspätung. In der Zeit lernte ich über das Motorradfahren und dieses Blog viele, neue uns interessante Leute kenne und habe tolle Ort entdeckt. Und mittlerweile habe ich auch einen Job, in dem ich kaum mehr auf Dienstreise gehen muss. Vielleicht fahre ich trotzdem mal an den neuen Flughafen, nur um mal zu sehen wie es so ist.

Eine Sonntagsrunde durch die Schorfheide

Die neuen Reifen sind seid dieser Woche aufgezogen, bevor es kommende Woche damit nach Hamburg geht, wollte ich die Gummis erstmal bei trockener Witterung einfahren. Kurz nach acht am Sonntagmorgen rollte ich also bei frischen 6° aus der heimischen Garage und nahm erstmal die Autobahn Richtung Prenzlau unter die Räder bis zur Ausfahrt bei Chorin. Über den Feldern und Seen stand noch der Morgennebel, zwischenzeitlich fiel das Thermometer auf unter 3°, brrr.

Kurz nach der Autobahnabfahrt brach sich die Sonne den Weg durch die Wolken und bei tollem Morgenlicht hielt ich an um die Drohne das erste mal steigen zu lassen. Die herbstliche Bräunung der Blätter im Morgenlicht konnte schon mal was.

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Überraschung: die 20. BMW Motorrad Days gehen 2021 nach Berlin

Gerade aus dem E-Mail-Postfach gefischt: BMW verkündet, dass nach insgesamt 18 Auflagen der BMW Motorrad Days in Folge in Garmisch-Partenkirchen das weltweit größte Treffen rund um die Marke BMW Motorrad 2021 in Berlin stattfinden wird.  BMW Motorrad will damit neue Wege mit der Traditionsveranstaltung einschlagen, die 2001 als BMW Motorrad Biker-Meeting im österreichischen Seefeld begann.

Genaueres zum Ort und Ablauf wurde noch nicht bekannt gegeben. Zum Hintergrund der Entscheidung schreibt die Pressemitteilung:

Die Entscheidung „BMW Motorrad Days goes Berlin“ wurde mit dem Ziel getroffen, für die Zukunft neue Wege der Markenentwicklung einzuschlagen, neue Konzepte zu entwickeln und den BMW Motorrad Days auf diese Weise weitere starke Impulse zu geben. Gleichzeitig stellt Berlin eine ideale Plattform für moderne urbane Mobilitätskonzepte auch auf zwei Rädern dar.

Mehr Urban und E-Mobility statt Rideouts über Alpenpässe? Klingt so.

Berlin durfte sich bereits über mehrere Pure & Crafted Festivals freuen. Motorrad und Party können wir hier. Ob das Brandenburger Umland ähnlich reizvoll für Motorradfahrer ist wie die Alpen wage ich zu bezweifeln. Aber ich stelle mich gerne als Tourguide für Rideouts zur Verfügung.

Ich bin gespannt, was BMW Motorrad an Infos zur Veranstaltung nachlegt. I keep you posted!

Krowdrace Wolfslake 2020

Mit dem ersten von drei geplanten Rennen startete heute nach langer Corona-Pause der zum KROWDRACE-CUP in die neue Saison! Austragungsort der Auftakt-Veranstaltung war der Eichenring vom Speedway-Team Wolfslake e.V. bei Berlin.

Gestartet wurde in 10 verschiedenen Klassen: Anfänger und Interessierte konnten auf ihren Motorrädern mit Straßen- oder Endurobereifung (keine Motocross-Stollen) in der Klasse „Run What You Brung“ und „Newbies“ erste Runden auf einer Sandbahn drehen, für Damen gab es die „Supergirls“-Klasse und diejenigen Fahrer, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben, starteten in den Klassen „Rookies/Amateure“, Profis und sonstige Haudegen in den Klassen „Pro“ und „Hooligan“, für „Vintage pre-79“ Motorräder war ebenfalls eine eigene Klasse ausgeschrieben.

Samstags war Trainingstag. Hier konnte man auch gegen eine Teilnahmegebühr von 25€ nur mal so mitfahren und Flat Track-Luft schnuppern. Zum Beispiel wenn man die Flat Track Eigenschaften seiner Vespa austesten wollte:

Sohn II und ich machten uns nach dem sonntäglichen Frühstück auf den Weg um die Rennen des Vormittags anzuschauen. Jede Klasse startete zu drei Umläufen à 6 Runden.  Die Newbies liessen es noch etwas verhaltener angehen, aber schon bei den Rookies wurde schon ordentlich um Positionen gekämpft.

Es war großartig zu sehen, was da alles an Zweirädern um den Kurs bewegt wurde. Herkömmliche Enduros, mit Liebe aufgebaute Flattracker bis hin zu Zweitakt-Mofas. Großartig fand ich Nadda, die in der Supergirls-Klasse ihre BSA mit stoischer Ruhe um den Kurs bewegte.

Von einigen Teilnehmern wusste ich, daß sie gerade erst mit dem Flat Track angefangen hatten und dies mit ihre ersten Wettbewerbsrunden waren. Die Freude am Ausprobieren und Lernen war spürbar. Hauptsache erstmal nicht gestürzt und nicht überrundet werden.

Die nächsten beiden Rennen zum Krowdrace-Cup finden im September statt: am 19.-20.09. in Parchim sowie am 26.-27.09. im Rahmen Petrol Days in Nordhastedt.

Edit:

Juliane Eger war für 1000PS in Parchim beim Krowdrace und hat ein tolles Video mitgebracht:

972 Breakdowns – auf dem Landweg nach New York

Sicher jeder von uns hatte mal bekloppte Ideen. Über die meisten hat man sich im Kopf amüsiert, die wenigsten sind zur Umsetzung gekommen. Das Vorhaben, mit russischen Ural-Gespannen von Halle /Saale den Landweg nach New York zu nehmen, gehört sicher zu den abenteuerlicheren Ideen. Ist aber wahr geworden für fünf frisch gebackene Künstler, die gerade ihren Motorradführerschein gemacht haben. Die Reise über 45.000 km sollte vom Herbst 2014 bis Januar 2017 dauern.

Die Wahl des Vehikels war hierbei ausschlaggebend – die Ural 650. Sie gilt als robust, leicht zu reparieren – vor allem aber als extrem unzuverlässig. Dementsprechend hatten die Fünf mehr Pannen, als es Moskitos in Sibirien gibt! Doch das war der Plan. Denn es ging darum in engen Kontakt mit der Bevölkerung zu gelangen. Denn eine Panne zu haben gleicht einer universellen Sprache, jeder kann das einfach verstehen und aktiv werden.

Da keiner von ihnen jemals vor diesem Projekt Motorrad gefahren ist, standen die Künstler vor einer großen Herausforderung. Eigentlich scheiterten sie jeden Tag, lernten aus ihren Fehlern und verstanden den Zufall für sich zu nutzen, um weiter zugehen.

Ihre Geschichte haben sie schon als Vortrag erzählt, als Buch niedergeschrieben und nun auch als Film herausgebracht.

Wo der eigene Plan nicht mehr aufgeht, wird es spannend… Willkommen im Beiwagen eines charmanten aber auch launischen russischen Motorrades auf dem Landweg nach New York.

972 Breakdowns – In diesem Pannentheater begegnen uns die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus. Mit Ihrer Hilfe fahren wir immer ein Stückchen weiter – bis zum nächsten Breakdown.

Wir wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben… stets auf der Suche nach dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergehen kann …!

Den Vortrag bei einem Motocycle PowWow habe ich verpasst. Die Film-Vorführung heute Abend im Sommerkino am Kulturforum verpasse ich gerade. Zahlreiche Vorführungen deutschlandweit geben Euch aber die Chance, die Dokumentation dieses Abenteuers in Spielfilmlänge zu sehen. Sogar in meinem schwäbischen Heimatkaff Kirchheim / Teck wird der Film gezeigt. Ihr habt also keine Entschuldigung, den Film nicht zu sehen. Und vielleicht schaffe ich es auch noch. Abenteuer kann man nicht genug haben!

Motorrad-Reise-Enduro-Training beim ADAC

Dinge, die man nicht oft genug machen kann: Motorrad-Trainings. Vor ein paar Wochen hatte ich mich schon mal dazu ausgelassen. Wenn ich mich mal selber zitieren darf:

Ihr habt ein neues Motorrad, mit dem ihr noch nicht so ganz vertraut seid? Macht ein Training!

Den eigenen Rat zu Herzen genommen, buchte ich mich fürs Wochenende beim ADAC in Linthe zu einem Reiseenduro-Training ein. Schließlich hatte ich mein neues Motorrad noch nicht im Training bewegt. Das größere Ziel ist ein Trainingswochenende beim Enduro Action Team. Das ADAC-Training sollte das kleine Warmup dazu werden. Ein bisschen Zweifel hatte ich, ob die als Einsteigertraining ausgewiesene Veranstaltung ggf. zu langweilig werden könnte. „An den Basics kann man immer arbeiten!“ dachte ich mir dann aber.

So klingelte Sonntags um 6:00 der Wecker, denn die Trainings beginnen bereits um 08:00 Uhr. Die Morgensonne begleitete mich und ich hatte sogar noch die Zeit, ein Stück Landstrasse durch den Hohen Fläming bis nach Linthe mitzunehmen.

Dort angekommen formierte sich unsere Trainingsgruppe um unseren Trainer Peer. Mit meiner F800GS war ich bischen der Exot, alle anderen fuhren GS-Boxer, von 1100 über 1150, 1200 bis zur neuesten 1250er war alles vertreten. Die einzige Ausnahme bildete ein Teilnehmer mit einer brandneuen Triumph Tiger 900 GT.

Die erste Trainigseinheit am Vormittag verbrachten wir erstmal auf Asphalt. Bergauf- und Bergabbremsungen jeweils nur mit Vorder- oder Hinterradbremse, im Schrittempo am Lenkeranschlag wenden, Notstopp am Berg. Oder wie der Trainer es nannte: „Was tun, wenn der Berg gewinnt?“ In dem Falle die Maschine durch Motor abwürgen mit eingelegtem Gang zum Halten bringen. Anschliessend Lenker an den Anschlag bringen und durch ganz zartes Dosieren der Kupplung rückwärts rollen lassen um die Maschine parallel zum Berg bringen. Anschließend durch wechselnde Lenkereinschläge das Vorderrad dazu bringen, bergab zu rutschen um eine ungefährdete Linie bergab zu haben.

Am späteren Vormittag ging es dann auf den Offroadparcours. Fahren auf Sand war angesagt. Für mich so ein bisschen der ungeliebte Endgegner. Um es richtig zu lernen, standen wir vor der „Elefantengrube“, einer tiefen, mit Sand gefüllten Senke. Aber auch mit einer dicken Adventure-GS mit wenig Profil auf den Strassenreifen war die Durchfahrt durch das Becken zu bewältigen, wie unser Trainer zeigte. Und ich muss gestehen, ich gewöhnte mich immer mehr daran. Erstmal mit den Füßen noch unterstützend am Boden. Dem Vorderrad etwas Spiel geben, damit es sich durchpflügen kann und vor allem wie bei allen anderen Fahrmanövern auch den Blick in der Ferne gerichtet und nicht auf das Terrain kurz vorm Vorderrad. Wenn man auch bei langsamen Tempo die Balance gut halten kann, findet das Motorrad schon seinen Weg.

In Zweierteams fuhren wir Runden durch unseren Parcours, später ergänzt mit Bergauf- und Bergabpassagen. Ich hatte mich mit Achim zusammengetan, lustigerweise kam er aus meiner schwäbischen Heimat. In Brandenburg machte er gerade Urlaub und nahm das Endurotraining als passende Abwechslung mit. Wir ergänzten uns sehr gut und mussten eher den anderen beim Motorrad aufheben helfen. Zwei, drei der Teilnehmer hatten durchaus zu schaffen mit den noch leichten Offroadbedingungen. Nach leichten Stürzen strichen auch zwei Mitfahrer die Segel und brachen das Training ab.

Später am Nachmittag hatten wir das gesamte Offroadgelände für uns und konnten uns durch schmale Pfade im Wald wühlen, auf Waldboden, Sand und Schotter in unterschiedlichster Körnung und Konsistenz. Die hohen Temperaturen den Tag über zehrten aber an der Kondition, viele Trink- und Verschnaufpausen halfen da, die Konzentration dennoch hoch zu halten.

Mach 8 Stunden Training ging es zurück nach Hause. Insgesamt fand ich es gut aufgebaut, an den Grundlagen konnte ich gut weiter feilen. Beim nächsten Training darf es aber gerne etwas anspruchsvoller sein.

Auf der Heimreise fiel die 50.000 Kilometer-Marke. Ich kann meine Maschine also als gut eingefahren bezeichnen. Mögen viele, spannende Kilometer auch abseits asphaltierter Strassen folgen.

Pol Tarrés – The Seeker Movie

Wenn jemand dem Trial-Champion und Extrem-Enduro-Fahrer Pol Tarrés Roca gesagt hat, dass man auf einer 700 Kubik-Enduro keine radikalen, der Schwerkraft trotzenden Stunts machen kann, wird er spätestens hier eines besseren belehrt.

The Seeker, ein wunderschön gedrehter und witziger Kurzfilm, der Pol bei seinen scheinbar unmöglichen Manövern auf einer serienmäßigen Yamaha Ténéré folgt. Dies ist die zweite Kooperation des Spaniers in einer Reihe von Videos, die von den Echevarría-Brüdern, auch bekannt als The Who, gedreht wurden. Aber schaut selber:

Angeblich waren die einzigen Anpassungen am Motorrad der Tausch der Bereifung gegen Mitas Endurogummis sowie Anpassung der Federung durch mehr Öl in der Gabel. Krass, was Pol auf der Maschine abliefert. Das machen andere nicht auf einer Wettbewerbs-Trial oder Hardenduro-Maschine.

Pol lebt und trainiert in Katalonien, wo auch der größte Teil des Videos gefilmt wurde. Mit 27 Jahren ist er bereits eine Trial-Legende und rangiert nun konstant in den Top Ten der aufreibenden WESS World Enduro Championship-Serie. Es überrascht nicht, dass er schon als kleines Kind mit BMX und Trial-Fahren begann, schließlich ist sein Onkel der siebenfache Trial-Weltmeister Jordi Tarres.

Mehr Action findet ihr auf Pols YouTube-Kanal, nicht weniger aufregend ist die Produktion „Hebo Dominicana“ aus dem letzten Jahr:

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