Einige Male war ich bereits in der Märkischen Schweiz, aber weiter bis hinter Neuhardenberg hatte ich es nicht geschafft. Irgendwo hatte ich aber von der Festung Küstrin gelesen und beschloss, dass ich diesen weissen Fleck auf meiner Landkarte tilgen möchte. Und das tat ich nicht alleine, sondern nahm mir einen aktuellen und einen ehemaligen Arbeitskollegen mit.

Richtung Bernau ging es nördlich aus Berlin raus und dann Richtung Osten über kleine Alleen durch Dörfer wie Beiersdorf, Höhenland und Neutrebbin. Für brandenburger Verhältnisse war es nett kurvig und machte Laune. Manche Abschnitte hatten leider nicht die beste Asphaltdecke, was mir mit meiner GS relativ wenig ausmachte. Die Mitfahrer mit ihren Straßenmaschinen wiesen in den Pausen aber dezent drauf hin, dass es dann doch etwas rumpelig war hier und da.

Sehr rumpelig wurde es, als wir zwischen Zechin und Genschmar plötzlich vor einer aufgerissenen Asphaltdecke standen. Anderswo hätte man die Straße hier komplette gesperrt und eine Umleitung eingerichtet. Nicht so aber hier im Oderbruch: kurz vor der Fräskante eine Bake aufgestellt, fertig. Ein uns entgegenkommender Einheimischer bestätigte uns, dass das alles so seine Richtigkeit hätte und man weiter hinten noch über den Acker ausweichen muss. Also machten wir uns an die Weiterfahrt. Auch hier kann ich nur bestätigen, dass eine Enduro in Brandenburg schon das richtige Gefährt ist. Aber seht selbst:



Kurze Zeit später erreichten wir die Oder und auf polnischer Seite die Festung Küstrin. Spannend zu sehen war der Bau der neuen Eisenbahnbrücke über die Oder. Am Tag nach unserem Besuch begann der Ausschub einer neuen 130 Meter langen Stahlkonstruktion über den Grenzfluß (mehr Infos hier).

Nach dem obligatorischen Tankstellenstopp fuhren wir um die Festung herum und parkten an ihrer Südseite. Richtig spektakulär ist der Bau nicht, wird aber von vielen Menschen beispielsweise zum Picknicken genutzt. Als Rastplatz für die Motorradtour taugt es auf jeden Fall.

Auf der B1 ging es zunächst gerade durchs Küstriner Vorland bis Manschow. Von dort aus weiter über die Dörfer bis Neuhardenberg und über Karlsdorf und Ringenwalde bis zum Abzweig nach Buckow. Dort mussten wir auf jeden Fall die Kurven herunter nach Buckow zum Schermützelsee mitnehmen.

An Strausberg ging es nördlich vorbei Richtung Wesendahl und Altlandsberg auf kleinen Nebenstrassen bis wir wieder in Ahrensfelde nach Berlin zurückkamen.

Die Strecke fand ich erstaunlich kurzweilig mit netten Nebenstrassen und schönen Kurven. Die Route findet ihr hier auf Kurviger.de, bis Küstrin sind es ungefähr 220 km. Wer sich Küstrin und die Fahrt durch den Oderbruch sparen will, findet hier eine auf 180 km verkürzte Route.