Höher, schneller, weiter. Reisemotorräder bieten mittlerweile Leistungen wie früher Supersportler. Ist man mit 170PS in einer Ducati Multistrada wirklich besser unterwegs als mit einem Motorrad mit halber Leistung? So faszinierend das Wettrüsten in der Spitzenklasse der Abenteuer-Reisedampfer ist, so erfrischend finde ich die derzeitige Renaissance der Mittelklasse. Und hier will sich Triumph wieder ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Mit der Trident 660 hat Triumph dieses Jahr einen fulminanten Einstieg bei den Naked Bikes hingelegt. Mit fast 22% ist sie mit weitem Abstand das beliebteste Triumph-Modell und tummelt sich in den Top20 der bestverkauften Motorräder in Deutschland dieses Jahr (1.093 verkaufte Einheiten Jan-Aug 2021). Und auf der Basis dieses Erfolgsmotorrades debütiert nun die neue Tiger Sport 660 als neues neue Adventure-Sports-Bike. Begeistern will sie Fahrerinnen und Fahrer mit Vielseitigkeit, Komfort und Fahrspaß auf allen Straßen. Hierbei sollen neben den bekannten Qualitäten des 660er-Triple-Kraftwerks die tourentaugliche Ausstattung und die im Klassenvergleich geringen Betriebskosten überzeugen.

Die neue Triumph 660 Sport in Bildern



Antrieb und Ausstattung

Der Motor ist bereits ein guter Bekannter: 81 PS Spitzenleistung bei 10.250 U/min und 64 Nm Spitzendrehmoment bei 6.250 U/min aus dem Triumph-Drilling haben schon bei der Trident für viel Applaus aus der Tester- und Konsumenten-Ecke gesorgt. Vor allem das kräftige Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und die lineare Leistungsentfaltung bieten gute Voraussetzung für Tourentauglichkeit. Kombiniert wird der Motor mit einem hochwertigen Fahrwerk mit Showa 41 mm Upside-Down Cartridge-Gabel und Showa Monoshock hinten – inklusive hydraulischer Einstellung der Federvorspannung. Verzögert wird über Nissin-Bremsen mit zwei 310-mm-Scheiben vorne, der Fahrbahnkontakt wird über Michelin Road 5-Bereifung hergestellt.

Die Sitzposition soll mit schmalem Schrittbogen und einer niedrigen Sitzhöhe von 835 mm zugänglich auch für kleinere Fahrer sein. Für den Sozius sind integrierten Haltegriffe mit an Bord.

Weitere Ausstattungsdetails sind:

  • Voll-LED-Beleuchtung mit Doppelscheinwerfern und selbstrückstellenden Blinkern,
  • abschaltbarer Traktionskontrolle, ABS und Ride-by-Wire-Motorsteuerung serienmässig,
  • drehmomentunterstützte Anti-Hopping-Kupplung sowie Wegfahrsperre
  • 17-Liter-Kraftstofftank,
  • in der Höhe einstellbare Windschutzscheibe mit praktischer Ein-Hand-Bedienung,
  • Multifunktionsinstrument mit TFT-Display, vorbereitet für das „My Triumph“-Konnektivitätssystem,
  • zwei Fahrmodi zur Auswahl: Road und Rain.

Zubehör

Individualisiert werden kann die Triumph 660 Sport mit mehr als 40 Zubehörteilen, die speziell für die Tiger Sport 660 entwickelt wurden. Für die Reise sinnvoll ist auf jeden Fall das Koffersystem mit zwei Seitenkoffern und einem Topcase, die parallel zum Motorrad entwickelt wurden und der jeweiligen Lackierung angepasst werden können. Das Topcase fasst 47 Liter und bietet damit genug Platz für zwei Integralhelme, das Volumen der Seitenkoffer beträgt rechts 29 und links 28 Liter. Nettes Detail: die Kofferaufnahmen sind unauffällig im Rahmenheck integriert und fallen nicht weiter auf, wenn die Koffer nicht montiert sind. Kennt man so auch u.a. von der Africa Twin.

Neben dem „My TRIUMPH“ Konnektivitätssystem umfasst das Zubehörangebot unter anderem auch einen Quickshifter mit Blipper-Funktion, Heizgriffe, eine USB-Ladebuchse unter dem Sitz, spezielle Blinker und ein Reifendruckkontrollsystem.

Konkurrenz

In ihrer Kategorie trifft die Triumph unter anderem auf etablierte Modelle wie die Yamaha Tracer 7 GT, Suzuki V-Strom 650 XT oder auf Exoten wie die CF Moto 650 MT. Zu allen drei Bikes gibt es in der aktuellen Motorrad 21/2021 einen Vergleichstest, den zu meiner Überraschung die V-Strom gewann. Hier einige Daten zum Vergleich:

Triumph Yamaha Suzuki CFMoto
Leistung 81 PS 77 PS 77 PS 62 PS
Drehmoment 64 Nm 69 Nm 64 Nm 50 Nm
Gewicht (fahrfertig) 206 kg 201 kg 222 kg 235 kg
Tankkapazität 17 Liter 17 Liter 20 Liter 18 Liter
Preis 8.700€ 9.259€ 9.240€ 5.999€

Abgesehen von der CFMoto ist der Preis der Triumph echt eine Ansage. Triumph verspricht zudem die niedrigsten Betriebskosten in dieser Kategorie mit langen Serviceintervalle von 16.000 Kilometern oder 12 Monaten – je nachdem, was zuerst eintritt. Dazu kommen vier Jahre Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung und eine zweijährige Mobilitätsgarantie.

Die neue Triumph Sport 660 bei den Triumph Händlern verfügbar ab Februar 2022

Fotos: TRIUMPH Motorrad Deutschland GmbH