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Motorradblog über Benzinkultur, Motorradtouren und Custombikes

Alpenblitz 2022 Tag 7 – Vom Stilfser Joch zurück nach München

Als Großstadtbewohner ist man kaum mehr absolute Stille gewohnt. Umso faszinierender war es für mich, morgens den Kopf unseres Zimmerfenster auf der Tibethütte zu stecken und – nichts – zu hören. Nicht mal den Pups eines Murmeltieres. Irre. Versonnen betrachtete ich den Sonnenaufgang, der den Ortler und das Stilfser Joch in gnädiges Morgenlicht tauchte.

Wie bereits am Vortag nutzten wir die schöne Stimmung für ein paar Fotoaufnahmen, bevor wir nach dem Frühstück die Pferde sattelten und uns den Weg talwärts durch die Spitzkehren des Stelvio bahnten. Und wir beherzten Jürgen Theiners Tipp: „vor neun, nach vier!“. Als ob es einen Beweis dafür gebraucht hätte, strömten uns je tiefer wir kamen immer mehr Motorräder, Autos und Wohnmobile entgegen.

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Alpenblitz 2022 Tag 6 – vom Mortirolo über Bernina zum Stilfser Joch

Wiederhole ich mich, wenn ich sage „Ich liebe es, auf Pässen zu übernachten?“. Egal, man kann das nicht oft genug betonen. Auch in diesem Fall war es ein Genuss, die frühe Morgensonne durchs Zimmerfenster unserer Almhütte im Gesicht zu spüren. Auch wenn der Wecker noch nicht mal 6:00 Uhr zeigte. Den anderen ging es auch so und wir nutzten das schöne Morgenlicht für ein paar Fotos und ich fuhr auch eine kleine Runde zurück Richtung Dosso dei Galli auf dem Schotterpass.

Zurück im Rifugio gab es bei Bud Spencer ein rustikales Frühstück, bevor wir uns talwärts den Crocedomini hinunter arbeiteten Richtung Breno. Die Strasse wurde wohl kurz zuvor zum Vieh-Auf- oder Abtrieb genutzt, der Vielzahl der Kuhfladen auf der Fahrbahn nach zu urteilen. Da nutzt dann auch ein frischer Asphalt nix. Egal, so kurz nach dem Frühstück war es uns eh nicht nach beschleunigter Fahrweise.

Im Tal angekommen folgen wir eine Weile der SS42, bis wir in Incudine den Abzweig zur Ostrampe des Passo di Mortirolo erreichen. Der Mortirolopass ist mit der Auffahrt von Mazzo di Valtellina seit 1990 etwa alle zwei Jahre Teil der Italien-Radrundfahrt Giro d’Italia. Mit einem durchschnittlichen Anstieg von 10,5 % über 12,4 km zählt er zu den Bergwertungen der 1. Kategorie. Insgesamt sind 1.300 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 18 % zu überwinden. Die Scheitelhöhe beträgt 1852 m. Wir merken sofort die Beliebtheit des Passes unter den Fahrradfahrern, denn alle paar Meter überholen wir Grüppchen oder Einzelfahrer, die sich tapfer den Berg hoch kämpfen. Der Pass ist durchgängig asphaltiert, teilweise sehr schmal aber auf jeden Fall etwas für den Genießer. Auch die Westrampe runter nach Mazzo di Valtellina ist sehr reizvoll. So reut es mich gar nicht, den auch sehr schön zu fahrenden Gavia-Pass in der Routenplanung ausgelassen zu haben.

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Alpenblitz 2022 Tag 5 – das kleine Abenteuer über den Passo di Baremone und Maniva bis zum Crocedomini

Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von unserem kleinen Domizil am Gardasee. Wir treten langsam die Rückreise in drei Etappen nach München an und besatteln die R nineT’s wieder mit dem vollen Gepäck. Der Tagesbeginn ist ansonsten eine Kopie des gestrigen Tages, denn wir nehmen wieder die Fähre nach Toscolano-Maderno. Auch die Route über den Lago di Valvestino ist die gleiche wie gestern. Diesmal nehmen wir uns aber mehr Zeit für ein paar Foto- und Drohnenaufnahmen.

Um nicht komplett den gleichen Weg zum Idro-See zu nehmen biegen wir hinter Capovalle von der SP58 auf die SP56 ab und mogeln uns über Cavaccio und Trebbo über schmalste und teilweise sehr rumpelige Sträßchen an den Berghängen entlang. Wer es lieber entspannt mag, der bleibt auf der SP58. Wir haben uns auf jeden Fall ein paar schöne Ausblicke erarbeitet. Der schönste kam ein paar Kurven nach dem Ortsausgang von Trebbio, hier hatten wir den perfekten Blick auf den Idrosee.

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Alpenblitz 2022 Tag 4 – Lago di Valvestino, Monte Tremalzo und Brasa-Schlucht

Alle, die schon mal am Gardasee waren wissen, wie riesig der Tümpel ist. Man kann natürlich drumrum fahren, wenn man auf die andere Seite will. Man kann aber auch eine der Fährverbindungen über den See nutzen. Und zufälligerweise führt eine dieser Fährverbindungen von unserem Ferienort Torri del Benaco auf die Westseite des Sees nach Toscolano-Maderno.

Die erste Fähre geht um 08:25, wir haben also genug Zeit zum Tanken und für einen Espresso mit Croissant in der Bar nebenan. Am Fähranleger hält neben uns ein wundervoll restaurierter Fiat 500 an und wir plauschen angeregt mit dem Fahrer. Nein, der Fiat musste nicht aus eigener Kraft aus Aichach in Bayern an den oberitalienischen See fahren, er durfte auf dem Hänger mitreisen. Die Aufmerksamkeit der Umstehenden war dem Besitzer auf jeden Fall gewiss.

Auf der anderen Seeseite wartete bereits Siggi auf uns, er möchte uns auch an diesem Tag begleiten und nach einem kurzen Plausch fahren wir ein kleines Stück am See entlang bis wir in Gargnano links abbiegen und uns den Berg hochschnüren. Je nach Kurve erwischten wir wieder wunderschöne Ausblicke auf den See. Ab Navazzo wird die Strecke etwas gerader und man kann ambitioniert dem Lago di Valvestino entgegenfahren. Die Kurven entlang des Stausees durch den Wald sind super schön und beschwingt zu fahren, der Asphalt ist auch ok.

Bei Capovalle überfahren wir den Passo San Rocco, immerhin auch 958m hoch. Perfekt angelegte Kehren und Kurven auf Top-Belag machen die Abfahrt zum Idro-See zu einem großen Spaß!

Am Idro-See angekommen machen wir eine kleine Kaffeepause in der Bar Pizzeria Cinzia direkt am See. Die Lage direkt am Ufer mit einem malerischen Ausblick auf den See hat auch einige andere Biker zur Rast angeregt.

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Alpenblitz 2022 Tag 3 – rund um den Monte Baldo

Unser erster Fahrtag am Gardasee führte uns rund um den Hausberg Monte Baldo, der sich direkt hinter unserem Apartment in Torri del Benaco erhob. Nur mit leichtem Gepäck – dem Tankrucksack – machten wir uns zunächst auf den Weg zur Orts-Tankstelle, um sowohl die Motorräder (Benzin) als auch die Fahrer (Espresso) zu betanken. Und an diesem Tag sammelten wir uns an der Tankstelle auch einen weiteren Mitfahrer ein: Siggi machte zu der Zeit auch am Gardasee Urlaub und hatte zufälligerweise seine GS dabei, so dass er uns an diesem und dem nächsten Tag begleiten konnte.


So beschallte der Klang von vier Bayern-Boxern den Anstieg nach Albisano und San Zeno di Montagno und wir erfreuten uns an den ersten, sehr launigen Kurvenkombinationen sobald wir die Ortsschilder hinter uns gelassen hatten. Nach der ersten, kleinen Passhöhe unweit des Monte Belpo ging es schon wieder bergab Richtung Caprino Veronese. Wir waren hier ja erst auf dem Südausläufer des Monte Baldo unterwegs. Von hier aus orientierten wir nordwärts und schraubten uns über nette Landstraßen und weite Kurven Richtung Spiazzi. Ob der grandiosen Umgebung ließ der erste Drohnen-Fotostopp nicht lange auf sich warten.

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TWNSPRK #36 – Club of Newchurch

Feels like coming home! Nach zwei Jahren Pause fand das Club of Newchurch Festival endlich wieder statt. Fulminant wie eh und je, laut, witzig, verrückt, schnell. Mit unglaublich viel Spaß, Motorensound und Heimatgefühlen traf sich die Gemeinschaft am Fuße des Großvenedigers wieder, um sich und die Liebe zu Motorrädern zu zelebrieren. Mit offenen Armen für jeden, der auch nur einen Tropfen Benzin in den Adern hat, wurde getanzt, gelacht, getrunken und das Leben gefeiert.

Ein paar Eindrücke und Stimmen zum Festival findet ihr in dieser Podcastfolge. Und mit ausdrücklicher Erlaubnis des wunderbaren Jimmy Cornett und wärmster Herzensempfehlung von Carina die Hymne am Schluss: Feels like coming home! Club of Newchurch 2022, du warst eine Wucht <3 Wir freuen und aufs nächste Jahr!

Und hört ganz dringend in die Club of Newchurch Folge von unserem Schwesterpodcast BEARcast rein. Das ist Pflicht mit den Live-Kommentaren vom RokkerRace!

Alpenblitz 2022 Tag 2 – von Bozen zum Gardasee

An Tag 2 unserer Tour verlassen wir Bozen erstmal nordwestlich in Richtung Meran. Kilometerweit erstrecken sich die Apfelplantagen im Tal und wir mäandrieren über schmale Strassen Richtung Lana. Dort wechseln die Apfelplantagen über in Weinberge und malerischer kann man Kurven nicht in die Landschaft setzen. Oben auf dem Berg ein altes Herrenhaus, die Morgensonne im Rücken, wir haben Gänsehaut, als wir die Anhöhe hoch fahren. Das kann der Mendelpass nicht besser.

Die weitere Strecke durchs Ultental hat eigentlich kaum eine Gerade. Richtig geniessen konnten wir die Kurven nicht, da wir einiges an Verkehr hatten, so stand eben die Freude an der Natur im Vordergrund.

Freie Bahn hatten wir dann wieder, als wir in Lotterbad Richtung Hofmahdjoch – auch Passo Castrin genannt – abbogen. Ein schönes Asphaltband zog sich hinauf durch die Wälder und die Temperaturen wurden angenehmer. Den ersten Kaffeestopp machten wir in Laurein, von der Terrasse der Bar schauten wir auf das nächsten Postkartenmotiv. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man Kurven fahren oder Landschaft kucken will. Beides gleichzeitig wird hier schwierig.

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Alpenblitz 2022 Tag 1 – München Bozen

Die erste Aufgabe bei einer in München startenden Motorradtour ist es, erstmal aus der Stadt rauszukommen. Nach unserem Treffpunkt am Siegestor und einem kleinen Tourstart-Foto ging es für uns daher erstmal auf die Autobahn A96 für eine halbe Stunde bis wir in Weyarn abfahren. Von hier aus schwingen wir uns erstmal über kleine Landsträsschen vorbei an Kuhweiden in Richtung Tegernsee und gewöhnen uns erstmal an unsere R NineT’s.


Nico pilotiert die klassische R nineT, Stephan sitzt auf der Pure und ich darf eine Scrambler für die nächsten sieben Tage meinen fahrbaren Untersatz nennen.
Von St. Quirin bis Rottach-Egern zuckeln wir am Tegernsee entlang und geniessen den Ausblick. Über die Dörfer führt uns die Route über den unspektakulär zu fahrenden Achenpass. Ein paar Kilometer folgt die Strasse hier fast exakt dem Grenzverlauf zwischen Deutschland und Österreich. Doch wir bleiben erstmal noch auf der deutschen Seite und an der Walchenklamm vorbei erreichen wir den Sylvenstein-Stausee, den wir auf der Faller-Klamm-Brücke überqueren. Ich war schon des öfteren hier, aber der tiefblaue See in den Bergen beeindruckt mich immer wieder. Hier kam dann auch zum ersten Mal die Drohne zum Einsatz.


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TWNSPRK #35: Dutch van Someren, Bike Shed London

Ein Zuhause für Menschen, die Motorräder lieben und Menschen, die Menschen lieben, die Motorräder lieben. Das ist es also, der legendäre Motorrad-Schuppen aka. The Bike Shed in London. Dutch van Someren ist einer der Gründer dieser weltweit bekannten Location und Initiator der Bike Shed Motorcycle Show. Inzwischen erweitert um Barbershops, Tattoostudios und Bars und nun auch mit einem Ableger in Los Angeles ist der Bike Shed London nicht mehr nur ein Clubhaus und eine Motorradgarage. Er ist Treffpunkt für Petrolheads, Customizer und Motorradliebhaber aus aller Welt und Kulturzentrum der Motorradszene in UK. Dutch teilt spannende Einblicke aus der Sicht eines wirklichen Motorradliebhabers.

Und am Schluss gibts wieder ein Update von FreeGulliver, die am Nanga Parbat und auf der Road to Fairy Meadows mit ihrem Motorrädern waren und als erste Österreicher auf dem Landweg die Grenze von Pakistan nach Indien passierten. Hört rein, es lohnt sich!

Alpenblitz 2022 – Prolog

Die letzte, richtige Motorradtour in die Alpen liegt schon lange zurück, Slowenien war das im Jahre 2018. In den Jahren dazwischen hielten uns kleinere Touren über ein verlängertes Wochenende bei Laune. Sei es ins Erzgebirge, den Thüringer Wald oder den Bayrischen Wald. Schön waren die auch, aber es blieb die Sehnsucht nach „Berge-Berge“ statt nur „Berge“. Bekloppte Tourenideen habe ich immer genug im Kopf, auf einer dachte ich dabei schon sehr viel länger rum als auf anderen: einer Tour von München an den Gardasee.

Nicht ganz unschuldig daran ist Thomas, der die Pässe zwischen der bayrischen Hauptstadt und den norditalienischen Seen als seine erweiterte Hausstrecke bezeichnen kann und der schon über viele, schöne Touren berichtete. So entstand nun auch der Plan für die diesjährige Tour, die morgen beginnt. Leider ohne Thomas, irgendwie waren dieses Jahr die Terminplanung-Auguren gegen uns. Dabei wäre das unser zehnjähriges Tourjubiläum gewesen. Statt Thomas fahren nun an meiner Seite Nico und Stephan, mit denen ich bereits im letzten Jahr im Bayrischen Wald unterwegs war.

Besonders freue ich mich über unsere Motorräder, keiner von uns dreien fährt sein eigenes. Dank der freundlichen Unterstützung von BMW Motorrad können wir drei verschiedene R NineTs für eine Woche geniessen. Nico fährt die klassische R nineT, Stephan die Pure und ich freue mich sehr über die Scrambler. Auf meiner ersten Alpentour 2015 durfte ich schon eine R nineT ausreiten und seitdem liebe ich dieses charaktervolle Motorrad.

In 2015 mit der R nineT in den Dolomiten

Wie es sich so gehört, haben wir mehr Technik als Schlüpper im Gepäck, um tolle Bilder und Videos von der Tour zu machen. Damit wir auch gut dabei aussehen hat uns Bad & Bold mit drei neuen Fuel Motorradhosen ausgestattet, an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Barbara & Matthias.

Wenn ihr sehen wollt, wo wir uns rumtreiben, folgt uns gerne auf Insta:

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